Mangefuir Russländle

St. Mang Lechgeister am Lusalten

Am Ortsende der Schwangauer Straße in Füssen gab es früher auf der Bergseite einen Brunnen mit einer mythologischen Verbindung zum Hl. Magnus. Zum einen gibt es eine mündlich überlieferte Vermutung, dass der ursprüngliche Magnustritt nicht oben am Lusalten, sondern am Ortsende von Füssen in Richtung Schwangau war. Zum andern wurde früher von den Menschen aus dem "Rus(s)ländle" (Bewohner der Schwangauer und Tiroler Straße bis zum Lechfall) dieser Ort besonders gepflegt. Am Magnustag (09. September) wurde auf einem Steinaltar neben dem Brunnen das "Mangefuir" entzündet. Die Buben aus dem Rus(s)ländle schwenkten dann ihre Lichter wie Weihrauchkessel wild hin und her und liefen schnell zur St. Mang Kirche. Dabei riefen sie laut "Mangefuir hui, hui, hui!"

Leider wird dieser Brauch seit mehr als 20 Jahren nicht mehr ausgeübt.

Möglicherweise ist durch den Hinweis auf den "alten Magnustritt" der Platz einer ursprünglichen Furt bei Füssen über den Lech markiert.

Der Namen Rus(s)ländle für den Bereich der Schwangauer Straße und die Tiroler Straße bis zum Lechfall bietet verschiedene Deutungsansätze. Meistens wird die Ansicht vertreten, weil diese Lechseite so schattig sei, sei es dort so kalt wie in Russland. Möglich ist aber auch ein Bezug zu RUS oder ROS. Dieses Wort bezeichnet einen heiligen Bezirk. Erinnert sei an den ROSengarten des Zwergenkönigs Laurien in Südtirol, der durch eine magische Grenze geschützt ist.

Füssen Lech Kienberg(Bildquelle Magnusbild: mit freundlicher Genehmigung der Stadt Füssen aus "Magnus, Drache, Bär und Pilgerstab")

 
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