Thomasnacht (Wintersonnwend)

Der Thomastag galt früher, wie der Andreas- und Sylvestertag als ein Lostag, an dem man Zukünftiges erforschen kann. so ziehen in der Gegend um Füssen beim Bettgehen abends die heiratslustigen Mädchen die Bettlade von der Wand weg, gehen mit einer Hand voll Leinsamen um dieselbe herum, streuen Lein aus und sprechen:
Heiliger Thoma
I säh dir an Soma,
I säh dir an Lein,
Dass mir heutnacht der Meinig erschein!
Im Träume wird ihnen nun der künftige Geliebte oder Mann erscheinen.
Andere gehen in der Thomasnacht hinaus zum Stall, öffnen die Tür ein wenig und fragen hinein: "Krieg i dies Jahr einen Mann?" Wenn nun das Pferd wiehert, so kommt ein Freier, sonst aber nicht.
Hat hingegen ein Mädchen mehrere Werber und ist sie im Zweifel, welchen von ihnen sie bevorzugen soll, so schreibe sie deren Namen auf einzelne Blätter und lege diese in der Thomasnacht unter das Kopfkissen. von welchem sie dann träumt, der ist ihr bestimmt.
In Österreich werden mancherorts die Bäume umarmt oder mit Meel bestreut, damit das kommende Jahr fruchtbar wird