Am Salober werden Steine zu Gold
Am Salober fand einmal ein Bauer oberhalb der Vilser Burg einen Haufen ganz seltsamer Steine, so dass er sich dachte, willst doch ein paar davon mitnehmen. Wie er zu Haus war und die Steine herausnehmen wollte, hatte er einige funkelnagelneue Goldmünzen in der Tasche.
Da sprang er schnell zum Salober zurück, um davon mehr zu holen; allein der ganze Steinhaufen war jetzt verschwunden.
Die Sagen, bei denen Steine, Erde, Kohlen oder Dreck zu Gold werden, sind im ganzen Alpenraum verbreitet. Manchmal deuten sie auf ein ehemaliges Bergbaugebiet oder einen Reichtum spiritueller Art in dieser Gegend hin.

Martin Luther berichtet von dem Glauben, dass Frau Holle bei ihrem jährlichen Umgang als Gastgeschenk Kohlen zurücklässt, die sich dann in Gold verwandeln. Kohlen spielten im Volksglauben eine bedeutende Rolle. Insbesondere glühende Kohlen wurden als Schutzmittel gegen Verhexung und Blitzschlag, aber auch als Heilmittel und Orakel gebraucht. Sie wurden an bestimmten Tagen wie Weihnachten, beim Johannisfeuer oder zu Allerheiligen gesammelt oder verwendet.