Auf dem Seelenberg bei Unterthingau, wo früher ein Schloss versunken, und wo jetzt eine Kapelle "Maria Seelenberg" steht, geisterte vordem das Seelenberger Männle. Es war dies ein ganz kleines Männchen, das rote Hosen trug und einen Spitzhut aufhatte, und das bei der Nacht besonders gern die Hirten in der Nähe belästigte, so dass diese oft gar nicht mehr bleiben wollten. Es hatte gewöhnlich einen langen Stecken bei sich, und dieses stieß es zuweilen in den Boden und rief: "Da ist es! Da ist es!" Weil es immer hieß, dass in dem Hügel ein Schatz verborgen liege, so glaubten viele, das Männle müsse diesen Schatz hüten und hätte bei Hebung desselben erlöst werden können.
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