Teufelsbünder

Teufelsbündner in Wertach

In Wertach ebte einst ein kleines Männle, das seines Zeichens ein Maler war, und das allzeit Geld im Überflusse hatte. Das kam aber daher, daß das Männle sich dem Teufel verschrieben hatte, der es stets mit Geld versorgte, der es aber dafür auch nach einer gewissen Zeit holen durfte. Als nun diese Zeit gekommen war, entstand in dem Hause des Malers ein fürchterliches Getöse, und es ging greulich zu, bis zuletzt der Teufel leibhaftig erschien sein Pfand zu holen. Damals lebte aber in Wertach ein Pfarrer, der wegen seiner Frömmigkeit große Macht über alles Böse hatte. Zu dem schickte man, und nach vielem Benedizieren und Beten gelang es ihm, den Teufel zu vertreiben und den Maler zu retten. Wie man aber "zu dem Gelde sah", zeigte es sich, daß dieses alles ob des Vorganges "verbrannt und ganz schwarz war" und sich in Kohle verwandelt hatte.

Quelle: Allgäuer Sagen, Aus K. A. Reisers "Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus" ausgewählt von Hulda Eggart, Kempten und München 1914, Nr. 182, S. 189 - 190.