Februar

Der Monat Februar ist nach dem römischen Fest Februa, einem Fest der Reinigung benannt.

Imbolc Lichtmess

 

Das Fest Maria Lichtmess wird vom 1. auf den 2. Februar gefeiert. Der Legende nach leitete die Priesterin Hikelia an der Straße nach Jerusalem ein Kloster. Hikelia sandte Mönche und Nonnen ihres Klosters mit Lichtern aus, um Maria mit ihrem Sohn auf dem Weg zum Tempel zu begleiten. Es ist ein Lichterfest und beendet die 40-tägige Weihnachtszeit. Die 40-tägige Fastenzeit vor Weihnachten beginnt mit dem Martinstag (11. November), ebenfalls einem Lichterfest. Lichtmess war auch der Tag, bei dem Dienstboten und Knechte ihre neue Stellung antraten. Die Wurzeln gehen auf das keltische Imbolc zurück, bei dem die Göttin Brigid verehrt wird. Brigid (vergl. bright = strahlend) als Stammesgöttin ist beim Volksstamm der Brigantier präsent, die ihr Stammesgebiet im östlichen Bodenseegebiet (heute Vorarlberg mit Landeshauptstadt Bregenz) hatten. Brigid wird oft mit einem brennenden Pfeil dargestellt. Das Fest ist mit dem Wachrütteln der Obstbäume verbunden.

 

In Reutte und Lechaschau wurde abends in der Familie der Rosenkranz gebetet und dazu so viele geweihte Lichter angezündet wie Personen mitbeten und zwar für jede ein bestimmtes. Eine lang brennende Kerze wird als gutes Vorzeichen gedeutet. Auch in Roßhaupten hatte ehedem jeder beim Abendrosenkranz sein bestimmtes brennendes Kerzlein, das so lange nicht ausgehen durfte, als gebetet wurde, wenn es nicht frühen Tod vorbedeuten sollte. Sie beteten daher den Rosenkranz oft so schnell wie nur möglich, "fast im Galopp" (Karl Reiser)

Fasching - Fasnacht

Als Faschingszeit wird die Zeit zwischen Dreikönig und dem Beginn der Fastenzeit (40 Tage vor Ostern) angesehen. Der Fasching geht teilweise auf das römische Fruchtbarkeitsfest Lupercalien (15. Feburar) zurück. Die Wortsilbe "Fas" ist ein mittelhochdeutsches Wort: "vaselen" oder auch "viseln" = fruchtbar machen, gedeihen, vermehren. Und dieser Brauch des Faselns war eine AUSCHWEIFENDE FRUCHTBARKEITSORGIE. "FASEL" bedeutet althochdeutsch "Nachkommenschaft", mittelhochdeutsch "Zuchtvieh". Man kennt noch Faselvieh, Faselhengst, wobei "Visel" oder "Viselin" das männliche Glied bezeichnen.

Die Haupttage des Faschings beginnen mit dem Gumpigen Donnerstag, der Weiberfasnacht. Es folgt der Rußige Freitag. Maskierte jagen den auf den Straßen den Kindern nach und versuchen sie mit Ruß schwarz zu machen. Dabei durfte aber der Kirchof nicht betreten werden. In Lechaschau habe einmal ein Maschgerer dieses Gebot nicht beachtet und habe die Kinder bis in die Kirche zum Hochaltar gejagt. Als Strafe habe der Maskierte dann die Maske nicht mehr abnehmen können und sie sei zeitlebens angewachsen gewesen. (Karl Reiser)

Der nachfolgende Samstag ist der schmalzige Samstag, an dem Fasnachtsküchlein gebacken werden. In Kaufbeuren gab es Schmalzbrezen. Der Faschingssonntag wurde mit Maskenumzügen aber auch sonstigen Schauspielen gefeiert. Etwa in Immenstadt gab es den Pesttanz. In Unterthingau zieht am gumpigen Donnerstag die Buebekompanie aus. Großer Beliebtheit erfreute sich dort auch das Sommer- und Winterspiel. In Sonthofen wurde bis ins 19. Jahrhundert das Eggaspiel aufgeführt.

Der Fasching endet mit dem Kehraus, der meistens mit einer Beerdigung des Faschings verbunden ist. In Roßhaupten wurde der Fasching in Form einer Strohpuppe gevierteilt und verbrannt.

Funkensonntag

Der erste Sonntag nach Faschingsende heißt Funkensonntag, Funkentag oder Scheibensonntag. Mancherorts wird um das Feuerholz "gebettelt mit folgendem Ruf: "Heiliger Sankt Veit, I bitt um a Scheit, Dass a Fuir abgeit!" In Immenstadt begann die Feier mit einem Rundtanz der ledigen Burschen und Mädchen. Das Scheibenschlagen war oft mit der Ausrufung von Liebespaaren verbunden: "Scheib aus, Schei ei, Scheib überm Rain, Die Scheib soll dem und dem sein!" Soweit mit dem Feuer ein "Hexenverbrennen" verbunden ist, dürfte darin ein rituelles Opfer der Kornmutter gesehen werden. "Scheibe, schöne Scheibe. Butter in der Pfanne, Korn in der Wanne. Das ganze Jahr" (aus Graubünden) Die Asche aus solchen Feuern wurde dann in die Ackerfurchen gestreut, um die Felder fruchtbar zu machen.

In Reutte, Tannheim, Thingau u.a. wurde "die Sonne in den Stall gesperrt". Dabei musste man noch bei Sonnenschein (vor 4 Uhr nachmittags) die Stallarbeiten beendet haben und danach die Türe schließen. In Reutte und Tannheim hält man darauf, an diesem Tag abends ohne Licht zu essen. Dann wird man im Sommer das Heu gut heim bringen und immer früh daran sein mit allen Arbeiten.

In manchen Gegenden heißt der Sonntag nur "die Schöne", weil die Burschen an diesem Tag die Mädchen aushalten und auf dem Heimweg dafür ein Geschenk bekommen.